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Ehrenamt braucht Anerkennung!

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Beim 6. Sportforum Ennepe-Ruhr in der Pop-Akademie Witten rückte die Gewinnung und Förderung des Ehrenamtes in den Fokus.

Die übergeordnete Fragestellung lautete: Was kann der einzelne Akteur tun, damit Ehrenamt gewonnen und gestärkt werden kann? Moderator Jan Schulte - Radio Ennepe-Ruhr - ist selbst leidenschaftlicher Fußballer beim TuS Ennepetal und weiß um das Engagement, das nötig ist, um als Verein zu bestehen. Mit großem Sachverstand und Einfühlungsvermögen arbeitete er die Sichtweisen der Gäste heraus und stellte diese gegenüber.

Landrat Olaf Schade stellte die Bedeutung der Sportvereine im Quartier und deren Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt besonders heraus. Die kollegiale Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und KreisSportBund ist aus seiner Sicht ein wesentlicher Gelingensfaktor.

Diakon Hans Werner Ludwig (Evangelische Kirche Witten/Hattingen) stimmte dem zu und betonte, dass Ehrenamt ohne Hauptamt nicht möglich ist. Aus seiner Sicht ruhen sich zu viele Menschen in der Gesellschaft auf dem unermüdlichen Engagement Einzelner aus - frei nach dem Motto: Irgendwer wird sich schon kümmern! Hier muss seiner Meinung nach ein Wandel geschehen, bei dem Politik und zivilgesellschaftliche Organisationen an einem Strang ziehen müssen.

Sonja Duggan vom TuS Hiddinghausen kennt dieses Gefühl. Vor ca. zwei Jahren übernahm sie den Verein völlig überraschend. Fehlende Sporträume, geschlossene Sporthallen und Sanierungsmaßnahmen im Hallenbad rauben ihr die Zeit für die eigentliche Vereinsarbeit. Vielmehr muss sie täglich bei Eltern, Übungsleitern und Mitgliedern um Verständnis bitten, dass das Sporttreiben oft nur eingeschränkt möglich ist. Das raubt Kraft und bindet Ressourcen.

Peter Ludwig, Vorsitzender des TuS Stockum kann in seinem Verein auf ein schlagfertiges Team von über 50 Ehrenamtlern bauen. "Und wenn irgendwas wäre, ich wüsste genau, ich könnte jeden dieser fünfzig anrufen". Das bedeutet aber auch eine kontinuierliche Anerkennung der Ehrenamtler, was bei den Verantwortlichen des TuS Stockum eine gewisse Haltung voraussetzt. Als Zuhörer stellt sich das Gefühl ein, dass sich beim TuS jeder mal ausprobieren darf. So entstand z.B. vor kurzem ein vereinseigenes Stickeralbum, das für reißenden Absatz gesorgt hat - die Anerkennung der Mitglieder war dem Ehrenamtler gewiss. Das zeigt, dass die Arbeit Spaß machen muss und als sinnvoll bzw. selbstwirksam erachtet werden sollte - wichtige Faktoren, um Menschen für ein Engagement zu gewinnen und zu binden.

Dirk Engelhard hob in diesem Zusammenhang hervor, dass sich ehrenamtlich Engagierte in der Regel zufriedener und gesünder einschätzen, als jene, die kein Ehrenamt ausüben. Leider muss der Vorstandsvorsitzende im KSB-EN aber auch feststellen, dass die Zahl der Funktionsträger in Vereinen deutlich sinkt - von deutlich über 10.000 auf mittlerweile knapp 9.000 Funktionsträger allein im EN-Kreis (Hochrechnung aus dem letzten Sportentwicklungsbericht). "Diesem Trend werden wir durch unsere Beratungs- und Qualifizierungsangebote natürlich versuchen entgegenzuwirken. Neue Ideen und Kooperationspartner sind dazu entscheidend". 


Jens Wortmann, u.a. Vorsitzender der Sportjugend NRW, trieb vor ein paar Jahren die Frage um, wie man auf der einen Seite Übungsleiter gewinnen kann und gleichzeitig Partner wie Schulen und Unternehmen einbinden kann. "Wenn in Unternehmen, die durch Personalabstellung Sportvereine bei der Bereitstellung von Bewegungs‐, Spiel‐  und Sport‐ angeboten  unterstützen wollen,  nicht  über  entsprechende  sportliche  und  pädagogisch  qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen, könnte man diese doch qualifizieren. Und  für diese Qualifizierung kommt  besonders eine Zielgruppe in Frage: die der Auszubildenden. Viele junge Menschen sind  bereit,  sich  freiwillig  oder  ehrenamtlich  zu  engagieren,  sofern  für  die  übernommene  Aufgabe  entsprechende  Rahmenbedingungen  bestehen.  Diese Rahmenbedingungen  können  im  Zusammenspiel  vom  gemeinwohlorientierten  Sport  und  Unternehmen,  die  gesellschaftliche  Verantwortung  übernehmen wollen, geschaffen werden (s. Projektkonzeption und Dokumentation).


Fachpublikum und Moderator wollten natürlich vom KSB-EN wissen: Wird es dieses Projekt auch in Zukunft im EN-Kreis geben. Philipp Topp, Geschäftsführer beim KreisSportBund sieht dem positiv entgegen. "Unternehmen mit Auszubildendenzahlen, bei denen eine relevante Gruppe Interessierter eine Ausbildung starten könnte gibt es - diese gilt es nun anzusprechen und für das Projekt zu begeistern. Wir freuen uns, hier im Kreis zu starten und können dabei auf die Erfahrungen aus Coesfeld zurückgreifen."

Das diesjährige Sportforum war ein erster Auftakt um Ehrenamtliche für die Arbeit im Sportverein zu begeistern. Mit der neuen Zielvereinbarung "Sport im Ennepe-Ruhr-Kreis" wird u.a. dieses Ziel in acht Handlungsfeldern mit konkreten Kennziffern bis 2022 belegt.
Nächster Baustein: Die Auftaktveranstaltung zum "Ehrenamtsberater" beim SSV Breckerfeld am 06.02.19 und einem Vortrag von Ronnie Goertz - Ehrenamtsberater des LSB-NRW. Darauf werden neben Formaten zur Stärkung der Anerkennungskultur auch entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen folgen.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion:

Olaf Schade | Landrat Ennepe-Ruhr-Kreis
Jens Wortmann | Vorsitzender Sportjugend NRW
Hans Werner Ludwig | Diakon ev. Kirche Witten/Hattingen
Sonja Duggan | TuS Hiddinghausen 1945 e.V.
Peter Ludwig | TuS Witten-Stockum 1945 e.V.
Philipp Topp | KreisSportBund Ennepe-Ruhr e.V.

© Kreissportbund Ennepe-Ruhr e.V.

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